Kultur und Wandern in den Nordvogesen

 

Auf eine eindrucksvolle Wanderausfahrt nach Weißenburg im Elsass und auf eine reizvolle Wanderung  auf schmalen Waldpfaden in den Nordvogesen blicken 50 Wanderfreunde der Albvereinsgruppen aus Güglingen, Sternenfels und Zaberfeld gerne zurück. Nach einem kurzen Halt am Weintor bei Schweigen fuhr man zum

nördlichsten Städtchen im Elsass, das malerisch am Fuße der Vogesen liegt. Dort wartete schon die Fremdenführerin auf die Gäste aus dem Zabergäu und aus Sternenfels, um sie durch die teilweise schmalen mittelalterlichen Gassen zu führen, wo in einem Patrizierhaus aus dem 15. Jahrhundert 1806 sogar Napoleon I. abstieg. Zu den geschichtsträchtigen Gebäuden der Stadt gehört weiter das Hospital Stanislas, das dem polnischen König Stanislaus und seiner Tochter Maria als Exil diente. Maria wurde 1725 schließlich Gemahlin des französischen Königs Ludwig XV. Auch bewunderte man das mächtige Salzhaus mit seiner gewaltigen dreistöckigen Dachkonstruktion.
Das Kloster Weißenburg, das bereits 660 von Benediktinermönchen gegründet wurde, hatte über das gesamte Mittelalter große Bedeutung. Dort schrieb 870 Mönch Otfrid von Weißenburg das "Evangelienbuch", eine der ältesten Dichtungen in südfränkischem Dialekt. An der Stelle der ersten Kirche wurde im 12. - 13. Jahrhundert das Kloster, von dem der einflüglige Kreuzgang und das Kirchenschiff noch immer als Zeugen besonderer Baukunst beeindrucken, erbaut. Es ist nach dem Straßburger Münster zweitgrößte gotische Kirche im Elsass. Voll mit Eindrücken von der Führung durch das malerische Städtchen sollten die Wanderfreunde auch noch Natur erleben. Ehepaar Tanja und Jonas Koch hatten zwei unterschiedlich lange Wege in den Südvogesen ausgesucht. Im wahrsten Sinne über "Stock und Stein" wanderte eine Gruppe ca. 7 km weit durch den bundgefärbten Herbstwald. Pilze aller Farben und Größen säumten den Weg. An bittere Zeiten der Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland erinnerten verfallene Bunkeranlagen der Maginotlinie. Dass zum Glück diese Zeit längst der Vergangenheit angehört, war überall zu spüren.

Vortrefflich wurden die Zabergäuer im Elsass mit zünftigem Vesper und gutem Wein bewirtet. Mancher hätte gerne noch eine Stunde drangehängt. Ein Zeichen dafür, dass die Organisatoren Karl Rudolf Fritsche, seine Tochter und sein Schwiegersohn mit der Auswahl der Wanderziele und der Durchführung der Wanderung ins Schwarze getroffen hatten.