Adventsvorsitz und Stubenmusik

 

Nostalgie pur - in der Sternenfelser Sandbauernstube lebte ein Abend lang die Adventszeit wieder so auf, wie sie vor der Zeit der Fernsehunterhaltung begangen wurde: auf Einladung der Sternenfelser Albvereinsgruppe-Ortsgruppe trafen sich die Gäste bei Stubenmusik, Gedichtvorträgen und gemeinsamem Singen zu einem

urgemütlichen Adventsvorsitz. Wenn sich früher die Leute aus der Nachbarschaft an den langen Winterabenden in der "guten Stube" einer Familie versammelt hatten um sich Geschichten zu erzählen, Handarbeiten zu erledigen oder zu singen und zu musizieren, dann war das der "Vorsitz". Auch in Sternenfels war diese Sitte gang und gäbe - bis der Siegeszug des Fernsehens diesen geselligen Abenden ein Ende bereitete. Die Sternenfelser Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins lässt diese fast vergessene Tradition schon seit ein paar Jahren regelmäßig in der Adventszeit zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sandbauern wieder aufleben. Eine Veranstaltung, die viele Menschen anspricht: am Samstag war die Sandbauernstube wieder einmal rappelvoll. "An diesem Abend gibt es kein festes Programm. Der Abend lebt vom Mitmachen und Mitgestalten der Besucher", forderte Vertrauensmann Reinhold Roller die Gäste zum aktiven Mitwirken auf. Und tatsächlich hatten die Besucher viele Geschichten und Gedichte mitgebracht, von großen und kleinen Weihnachtswünschen, von Krippenspielen und Christbäumen, auch wurden zusammen viele Weihnachtslieder angestimmt. Für die musikalische Umrahmung des Abends hatten die Albvereinler wieder ihre Musik- und Wanderfreunde aus dem thüringischen Zella-Mehlis eingeladen. 
Jürgen Wagner (Zither), Erich Nagel (Harmonika) und Harry Schlütter (Gitarre) und auch kleine Gäste mit der Blockflöte zauberten mit ihrer Stubenmusik und alten Weihnachtsmelodien eine einmalig heimelige Atmosphäre in die Sandbauernstube. In der Ecke glitzerte ein Weihnachtsbaum, geschmückt wie in der guten alten Zeit. "Wachskerzen, Christbaumkugeln und Lametta, das war der traditionelle Schmuck", erklärte Rudi Federmann von den Sandbauern. "Wer ganz sparsam war hat das Lametta nach Weihnachten gebügelt, dann war es für das nächste Jahr noch mal zu gebrauchen". Ebenfalls noch zu gebrauchen war die Puppenküche, die Brigitte Federmann unter den Weihnachtsbaum gestellt hatte. "Die hat mir mein Vater vor 60 Jahren selbst gebaut", sagt sie. Damals sei für sie ein Weihnachtstraum in Erfüllung gegangen. "Den Herd kann man wirklich mit Esbit anfeuern, als Kinder haben meine Söhne darauf in einer winzigen Pfanne Pfannkuchen gebacken", erzählt sie. Und einer darf natürlich bei einem Sternenfelser Adventsvorsitz auch nicht fehlen: der Pelzmärte persönlich statete dem Vorsitz einen Besuch ab, in diesem Jahr hatte er außerdem noch ein schönes Chistkindle mitgebracht. Im Sackmantel und gegürtet mit einer groben Kuhkette machte der Pelzmärte einen allzu wilden Eindruck, doch schnell merkten die Kinder, dass in dieser rauen Schale ein weicher Kern steckt: für alle Kleinen gab es freundliche Worte und Geschenkpäckchen.

Was braucht es mehr für einen zauberhaften Adventsabend?