Wanderfahrt in den Bayrischen- und Böhmerwald

 

Zünftiges Wandern, Kultur und Geselligkeit erlebten 43 Wanderfreunde der Albvereins-Ortsgruppen Sternenfels, Zaberfeld und Güglingen bei einer 5-tägigen Wanderfahrt in den Bayrischen Wald nach Haidmühle nördlich von Passau. Wanderfreund Emil Hampp aus Zaberfeld hatte ein abwechslungsreiches Programm

im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Österreich zusammengestellt. Bei der Besichtigung der alten Bischofsstadt Passau auf der Hinreise zeigte ein versierter Führer die geschichtliche Bedeutung der Stadt au, aber auch die Not der Dreiflüssestadt durch häufig auftretendes Hochwasser. Der erste Ausflug führte mit der Bahn in den böhmischen Nationalpark Sumava. Es ist ein Gebiet, aus dem nach dem 2. Weltkrieg nahezu die gesamte deutsche Bevölkerung vertrieben wurde. Auf den Friedhöfen findet man noch häufig Grabsteine mit deutschen Namen. Auch eine alte Wallfahrtskirche hat die kommunistische Herrschaft überstanden und wurde mit Spenden von Heimatvertriebenen nach der Wende wieder restauriert. In dem dünn besiedelten Gebiet mit wenig landwirtschaftlicher Nutzfläche beeindrucken den Besucher die bunten Blumenwiesen mit vielen seltenen Pflanzen. Die Eisenbahn, die zur Erschließung dieser Region 1912 von Passau in den Böhmerwald gebaut wurde, hat nach 1945 ihre Bedeutung verloren, wird aber auf  tschechischer Seite mit staatlicher Unterstützung noch betrieben. Bei zwei Bergtouren erkundeten die Wanderer die Besonderheiten des Naturparks "Bayrischer Wald". Eindrucksvolle Felsformationen im "Steinernen Meer" auf dem Abstieg vom Dreisesselberg (1312 m), anderntags ein besonders weiter Rundblick auf dem Lusen (1375 m), lohnten die Anstrengungen. Doch auch mächtige, abgestorbene Fichtenstämme als sichtbare Folgen des Waldsterbens säumten den Weg. Abends rundete ein geselliges Beisammensein mit Musik, Sonnwendfeier und guter Bewirtung den erlebnisreichen Tag ab. Auf der Heimreise wurde in der einst mächtigen freien Reichsstadt Regensburg, in deren Mauern im Mittelalter die Reichstage abgehalten wurden, Station gemacht. Wichtige Handelswege und die Steinerne Brücke über die Donau begründeten im frühen Mittelalter den Reichtum der Kaufleute und der Stadt Regensburg, die heute zum "Weltkulturerbe" zählt.

Mit vielen schönen Erlebnissen und Eindrücken sind die Wanderer wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.