Wanderausfahrt in die Rhön.

 

Eine 5- tägige Wanderausfahrt in die Rhön erlebten 43 Albvereinler aus den Ortsgruppen Güglingen, Sternenfels und Zaberfeld. Ausgedehnte Wanderungen im „Land der offenen Fernen“, wie  die Rhön genannt wird, und Besichtigungen von bedeutenden Städten wie Fulda und Bamberg und schließlich beindruckende Informationen über die ehemalige deutsch- deutsche Grenze gehörten zu den Besonderheiten der Fahrt.

Monika und Heinz Rieger hatten als Ausgangspunkt für die Unternehmungen die historische Kleinstadt Tann ausgewählt und vorbildlich die Wanderungen geplant und geleitet. Dass in der Unterkunft „Linde“ die Gäste noch mit schmackhaften Mahlzeiten verwöhnt wurden und dort die Abende gesellig ausklingen konnten, zuletzt mit befreundeten Musikanten aus Zella-Mehlis, runden das besondere Erlebnis dieses Ausflugs in eine Gegend, die vielen Zabergäuern bisher fremd war, ab.

Auf der Hinfahrt gab es in der Bischofs- und Barockstadt Fulda einen größeren Halt für eine geführte Besichtigungstour.

Schon bei der ersten Wanderung am nächsten Tag von Hilders aus stellte man erfreut fest, dass es nahezu keine asphaltierten Wanderwege sondern gut gepflegte Erdwege gab. Es ging durch Wald und Wiesen mit einer einmaligen Pracht verschiedenster Wiesenblumen. Die höher gelegenen  Almen, so ein Ortskundiger, werden nur einmal im Jahr gemäht, damit die Samen ausreifen können und ausfallen, ehe das Gras für das Heu gemäht wird. Entsprechend gut fällt die Qualität der Milch aus.

Am nächten Tag brachte der Bus die Wanderer an den Fuß der Wasserkuppe. Vorbei an der Fuldaquelle ging es bei toller Rundumsicht hinauf zum höchten Berg der Rhön, 950 m über N.N. Die Segelfliegerei hat schon in den 20-iger Jahren des letzten Jahrhunderts diesen Berg berühmt gemacht. Reger Flugbetrieb von Segel-, Modell- und kleineren Motorflugzeugen prägt auch heute dieses weite Bergplateau.

Bei Gaisa dagegen, dem Ausgangspunkt  der Wanderung des folgenden Tages, wurde "Point Alpha" zum beherrschenden Endpunkt der Tour. Der Name erinnert an einen der wichtigsten Stützpunkte der Amerikaner an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Einzelne Objekte an eine zum Glück überwundene Epoche unserer Geschichte sind am Ort des Geschehens geblieben. Weiter ist ein Stück Originalgrenzzaun der DDR-Grenze in unmittelbarer Nähe zum  ehemaligen amerikanischen Beobachtungspunkt noch erhalten. Damit wird die furchtbare Realität dieser Grenze beispielhaft dokumentiert, aber auch die friedliche Revolution der DDR-Bevölkerung wird aufgezeigt, die zur Wende und schließlich zum wiedervereinigten Deutschland geführt hat.

Dass Einheit ganz praktisch demonstriert wird, haben die Wanderfreunde aus dem Schwabenland besonders erlebt. Musiker aus Zella-Mehlis, die schon seit der Wende mit den Sternenfelser Albvereinlern freundschaftlich verbunden sind, ließen es sich nicht nehmen, nach Tann zu fahren, um dort mit Zitter, Gitarre und Handharmonika zu musizieren. Gemeinsam wurde manches Volks- und Heimatlied gesungen. So wurden in ganz besonderer Weise das Miteinander und die Herzlichkeit unterstrichen.

Auf der Heimfahrt gab es nochmals eine größere Unterbrechung der Busfahrt, um das Fluidum der Stadt Bamberg, die zum Welt-Kulturerbe erklärt wurde, sowohl kulturell als auch kulinarisch ein wenig zu erkunden.

Viel Lob und Beifall ernteten das Ehepaar Rieger für die Reiseleitung, der Busfahrer Gerhard für umsichtiges Fahren. Aber es waren auch die Reiseteilnehmer selbst, die durch Harmonie zum Gelingen der Wanderausfahrt beigetragen haben.