Schattige Pfade und prächtige Aussichten.

Heilbronner Stimme-Wanderung 

Sternenfels - 10,9 Kilometer, vier Stunden und 40 Minuten reine Gehzeit, und am höchsten Punkt 460 Meter über Meereshöhe. Johannes Ritschel aus Leingarten liest von seinem modernen GPS-Chronometer zum Schluss mal kurz die Fakten ab. Die sportliche Leistung, wenn man so will. Das Wandererlebnis, das etwa 80 Teilnehmer am Stromberg oberhalb von Sternenfels hatten, ist damit aber nicht hinreichend beschrieben.

Wie im Vorjahr erweist sich die Zusammenarbeit der Güglinger und der Sternenfelser Albvereinsgruppen als segensreich. Die Güglinger mit Vorstand Heinz Rieger an der Spitze als Organisatoren haben die Sache wie immer perfekt vorbereitet. Kenntnisreich und unterhaltsam geleiten die Führer aus Sternenfels, Reinhold Roller und Klaus Haag, in zwei Gruppen die Wanderer.
Das Steilste zuerst: Gleich geht es zügig bergauf zum Sandberger Kopf. Unterwegs ein prächtiges Panorama, denn von der Bergnase ist der Blick frei nach Westen und Süden. Sicht bis Stuttgart, bis in den Schwarzwald. Am Sandberg erzählen die Führer, wie die Sternenfelser früher den Sandstein zu Geld machten. Sie haben ihn gemahlen und verkauft, denn dieser Sand war das übliche Putzmittel, um die hölzernen Zimmerböden zu scheuern. Daher auch der Name Stubensandstein.
Dann wieder Aussicht bis in die Berge des Pfälzerwaldes am Schlossberg, dessen Turm ein Wasserhochbehälter ist. Auf schattigen Waldpfaden geht es, vorbei am Ursprung der Metter, wieder auf die Aufstiegsseite. "Tolle Aussichten", sagt Ursula Weinbrecht aus Hausen, lobt aber auch die Organisation: "Die Güglinger und die Sternenfelser machen es immer gut."
Die Gegend um Sternenfels kennen viele Wanderer aus dem Heilbronner Raum nicht und sind positiv überrascht. Nach Besuch einer weiteren Aussichtsplattform im Gewann König, einer Reblage, laden die Güglinger Albvereinler zur Rast. Acht der 75 Mitglieder großen Gruppe (Kontakt: Telefon 07135 930080) sind im Einsatz. Gegrillte Rote, Getränke und selbstgebackener Kuchen munden den Wanderern. "Ich muss schon an mehrere Adressen das Rezept schicken" freut sich Monika Rieger, Ehefrau des Vorsitzenden, über das Lob für ihren Hefezopf.
Gestärkt geht es weiter. Schon da ist für die meisten klar, was Hannelore Flügel aus Heilbronn-Frankenbach so formuliert: "Eine sehr schöne Wanderung, nette Führer, da stimmt alles." Zuvor noch ein kurzer Halt an einem Weiher. Die Weingärtner Cleebronn-Güglingen verteilen Kostproben ihres Rebensaftes. Bald sind die Autos erreicht. Von zufriedenen Wanderern wie Paul Gräsle aus Leingarten: "Die Tour war sehr gut, sehr abwechslungsreich und gut und informativ geführt."