Wanderfahrt ins Zittauer Gebirge

 

Die beliebte Buswanderfahrt der Albvereinsgruppen aus Sternenfels, Zaberfeld und Güglingen führte unter Federführung der OG Sternenfels in diesem Jahr ins Zittauer Gebirge. Das Wandergebiet im Dreiländereck zu Polen und Tschechien und die traditionsreichen Städte Erfurt, Götlitz und Zittau waren Ziel der 50-köpfigen Wandergruppe.

Ortsrundgang durch Oybin

In zügiger Fahrt ging es über beeindruckende Brückenbauwerke und

6 Straßentunnels der neuen Thüringer Wald-Autobahn in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt.

Bei einer Führung durch die turmreiche Altstadt, die 1989 nur durch massive Bürgerproteste vor dem noch kurz vor der Wende beschlossenen Abriß gerettet werden konnte, wurde auf dem Domberg der spätgotische Dom mit der Severikirche und auf dem gegenüberliegenden Petersberg die Zitadelle besichtigt. Weiter beeindruckten das neugotische Rathaus, der Fischmarkt und die bekannte Krämerbrücke an der Furt über die Gera. In dieser längsten bebauten Brückenstraße Europas sind heute überwiegend Geschäfte für Kunsthandwerk und Antiquitäten sowie das Brückenhausmusium untergebracht.

Die Weiterfahrt ging über Dresden, Bautzen und das Oberlausitzer Bergland ins Standquartier Oybiner Hof im Kurtort Oybin.

Die Führung am folgenden Morgen begann zunächst mit einem Ortsrundgang, bevor die auch als Hochzeitskirche bekannte Bergkirche, ein Kleinod des deutschen Bauernbarocks, und die geschichtsträchtigen Stätten hoch oben auf dem Berg Oybin, die Burg und das Kloster besichtigt wurden.

Nach der Mittagspause ging es mit Volldampf auf der Schmalspurbahn in gemütlicher Fahrt nach Zittau. Die alte Handelsstadt am Dreiländereck beeindruckte mit ihren Kirchen und Klöstern, dem Renaissance-Rathaus, wunderschönen barocken Brunnen und dem Salzhaus/Marstall.

Der Rückweg wurde zu einer kleinen Gebirgsrundfahrt genutzt, die auch kurz ins böhmische führte. Die Kletterfelsen und in vielfältiger Weise geformte Felsgebilde nötigten Bewunderung ab.

Der dritte Tag war Wandertag (Bilder).

Zunächst ging es mit dem Bus nach Waltersdorf am Fuße der Lausche. Hier teilte sich die Gruppe. Den Kurzwanderern bot sich in Waltersdorf ein kulturhistorischer Rundgang an mit Besichtigung der für die Oberlausitz typischen Umgebindehäuser und den kunstvollen Sandsteintürstöcken, des Mühlen- und Heimatmuseums, der Dorfkirche und das Quirle-Häusls. Eine kurze Wanderung nach Großschönau schloss sich an.

Für die leistungstärkere Gruppe begann ein schweißtreibender Anstieg über die Eisgasse zum Schwarzen Tor. Auf dem Kammweg, immer in unmittelbarer Nähe zur böhmischen Grenze, wurde der Lauscheborn erreicht. Von dort führte erneut ein steiler Anstieg auf den Gipfel der Lausche, die mit 793 m die höchste Erhebung im Zittauer Gebirge ist.

Über die Wache, die bizarren Nonnenfelsen und den Zigeunergraben wurde Jonsdorf Gondelteich erreicht. Im Naturschutzgebiet Mühlsteinbrüche, in dem bis 1918 Mühlsteine gebrochen und bis nach England und Russlang exportiert wurden, beeindruckten bizarre Felsformationen mit klingenden Namen wie "große und kleine Orgel", "Löwe", "Mausefalle" und "Bernhardiner". Eine gute Fernsicht übers Land bis ins böhmische Isergebirge, eine begeisternde Strecke und viele Naturerlebnisse krönten diesen herausragenden 5 1/2-stündigen Wandertag.

Glücklich und zufrieden trafen sich dann alle wieder am Damastmuseum (Bilder) in Großschönau, dem ehemaligen Zentrum der deutschen Damastweberei. Einzigartige, wertvolle Damaste aus 3 Jahrhunderten und eine Vorführung an funktionstüchtigen Webstühlen beindruckten die Teilnehmer.

Der Freitag begann leider mit Regen. Die vorgesehene Wanderung im Neißetal wurde deshalb zu einem informativen Sparziergang entlang der Neiße bis zum Kloster Marienthal (Bilder)  genutzt, bevor im dortigen Zisterzienserinnenkloster eine interessante Führung begann. Das älteste Frauenkloster der Zisterzienser besteht seit 1234 ununterbrochen und präsentierte sich als farbenprächtiger Barockbau in einer weitläufigen Anlage.

Vorbei an Herrnhut ging es weiter zur Stadtbesichtigung in Görlitz. Die Europastadt an der Neiße gilt als die schönste Stadt Deutschlands und war in beiden Weltkriegen unzerstört geblieben. Barocke Kaufmannhäuser, Renaissancefassaden und Wehrtürme prägen das Bild im Zentrum der Altstadt.

Sehenswert waren Kaisertrutz und Reichenbacher Turm und die prächtigen Bürgerhäuser am Obermarkt. Zu den markanten Gebäuden am Untermarkt zählen das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, die Dreifaltigkeitskirche (ehemaliges Franziskanerkloster) und hoch über den Neißeurfer die Peterskirche mit ihren Doppeltürmen und der weltbekannten Sonnenuhr. Ein kurzer Gang über die Alstadtbrücke in den heute polnischen Stadtteil von Görlitz durfte nicht fehlen.

Mit vielen Eindrücken über die architektonische Vielfalt der Lausitz kehrten die Teilnehmer nach Oybin zurück.

Den Tag rundete ein Zittauer Solist mit einem Heimatabend (Bilder) ab, bei dem die Gäste aus Schwaben Mundart und Brauchtum der Oberlausitz in heiterer Form kennen lernen durften. Anschließend wurde noch kräftig das Tanzbein geschwungen.

Die Rückreise am Samstag führte zunächst in Sudentenland und nach

Karlsbad (Bilder). Die Pause wurde gerne genutzt für einen ausgiebigen Bummel im Zentrum dieses weltbekannten böhmischen Kurbades und für eine Kostprobe der ebenso bekannten böhmischen Küche und der dortigen Spezialitäten.

Mit vielen Erlebnissen und neuen Eindrücken von einer liebenswerten Landschaft sind alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.