Kulturhistorische Wanderung Sandbauern-Weg

 

Wanderstrecke: ca. 5Km, Wanderzeit: ca. 1 1/2 Stunden

 

Vor dem Start beim KOMM-IN in der Maulbronner Straße kann sich der Wanderer von einer alten Sandmühle im Tiefgeschoss auf die Wanderung einstimmen lassen.
Danach geht es entlang der Maulbronner Straße zur Zentralkreuzung und die Heilbronner Straße bis zur Schiedgasse, wo eine erste Informationstafel angebracht ist. Nach rechts, der Markierung des Sandbauernweges über den Schloßbergweg und Sandgrubenweg hinauf zum Schloßbergturm. Im Schloßbergturm ist die Ausstellung GuG - Geschichte und Geologie im Turm, die weitere Informationen über die Sandbauern, aber auch das Adelsgeschlecht "von Sternenfels" bietet.

Sandbauernkarte
Sandbauernkarte

Vom Aussichtsturm genießt man die Panoramaschau auf die Vogesen, ins Rheintal, die Pfälzer Berge und den Odenwald. Nach der schönen Aussicht folgt man am Kiosk vorbei der Markierung (Infotafel) zum Rücken des Sandberges, der eigentlicher Abbauplatz des weißen Stubensandsteines war. Heute zeugt noch die unruhige Oberfläche von den Grabungen, die auch durch unterschiedlichste Weiserpflanzen verraten werden. Man umrundet den Rücken und gelangt auf dessen Südseite, wo sich unterhalb des Waldes Weinberge ausdehnen. An der Ostecke der Weinberge tauchen wir auf einem schalen Trampelpfad wieder in den Wald und abwärts zur Straße. Unterhalb des Weinberges erreicht man das Sportgelände. An der Kreuzung überquert man die Straßen und folgt der Markierung auf einem Kiessträßchen weiter entlang dem südlichen Waldrand mit Ausblick nach Diefenbach. Nach rund 0,5 km im spitzen Winkel nach rechts, wo Sandbauernweg und Eppinger-Linien-Weg zusammentreffen. Auf einem Erdweg zu einem Teich und dem Rotwildgehege (mehrere Infotafeln). Entlang des Gehegezaunes erreicht man das Freibad. Auf dem Teerweg nach links durch Streuobstwiesen und Weinberge. Nach einem ausgeprägten Rechtsschwenk führt uns die Markierung zum Augenberg (Aussicht) und hinab ins Dorf.

 

Empfohlene Wanderkarte: "L6918 Bretten" oder "Naturpark Stromberg-Heuchelberg" des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg.

 

Weiter Informationsunterlagen über Wanderungen erhalten Sie bei der ...

 

Touristik - Agentur

Maulbronner Str 26

75447 Sternenfels

Tel.:  07045 / 970 555

Fax.: 07045 / 970 500

Email: touristik@sternenfels.org

Zur Geschichte der Sandbauern
Seit dem 1. Jhdt. n. Chr. war im Stromberg die Steinhauerei bekannt.

Durch den 30 jähr. Krieg wurde Sternenfels verwüstet und die Steinhauerei kam zum Erliegen. Erst ab 1700 blühte die Steinhauerei wieder auf und mit ihr entwickelte sich das Mahlen von Reststeinen zu Fegesand. Das gesteigerte Reinlichkeitsbedürfnis ließ ab 1740 zahlreiche Sandmühlen entstehen. In der Mitte des 19. Jhdt. existierten ca. 35 Sandmühlen. Allein nach Stuttgart wurden in dieser Zeit jährlich 3 Mill. Liter Fegesand geliefert. Trotzdem waren die Sandbauern nie wohlhabend, und als das Gewerbe durch zunehmend geänderte Haushaltsmaterialien (statt Ton- und Holzgeschirr Porzellan; statt Nadelholzböden Hartholzparkett und Linoleum) allmählich an Bedeutung verlor, bettelarm. Den entgültigen Todesstoß fügten die Materialverknappung und die Entwicklung der chemischen Putzindustrie zu. 1935 schloß die letzte Sandmühle.